2017-03_museumsprojekt

 

 

Willkommen!

Freundeskreis

Asyl

Neckarsulm

Auch in Neckarsulm gibt es Menschen, die auf der Flucht Schlimmes erlebt haben und unsere Hilfe und Zuwendung brauchen. Unabhängig von allen Diskussionen um Asyl- missbrauch: Die Menschen sind jetzt hier. Sie können nicht kurzfristig nach Syrien, Irak etc. zurückkehren. Und es sind vor allem die Kinder, die am meisten darunter leiden.

 

 

 

 

Stolze Experten für Stadtgeschichte

 

Kinder aus Syrien, Afghanistan und Pakistan als Museumsführer für ihre Eltern

 

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Große Aufregung herrschte an diesem Nachmittag im Stadtmuseum Neckarsulm. Shahab und Ali waren voll Lampenfieber und Wafa übte noch das schwere Wort "Schleppschiffe". Andres merkte man die Aufregung nicht an; er war sich seiner Sache ganz sicher. Erwartungsvoll trafen auch die Eltern und Geschwister der Kinder ein.

 

Seit April 2016 hatten 10 Flüchtlingskinder ein Jahr lang die Möglichkeit, einmal pro Monat einen Nachmittag im Stadtmuseum Neckarsulm zu verbringen. Gemeinsam mit Anette Eichhorn vom Stadtmuseum erforschten sie handelnd die Stadtgeschichte von der Bronzezeit bis zur Neuzeit. Sie betätigten sich als Ausgrabungshelfer, bastelten eine Schatzkiste, gestalteten das Stadtwappen Neckarsulms, verkleideten sich als Ritter und Ritterfräulein, durften auf dem Hochrad sitzen und vieles mehr.

 

Unterstützt wurden sie von Marianne Franz und Jutta Polimeno vom Freundeskreis Asyl, vier Klassenkameradinnen und –kameraden aus der Johannes-Häußler-Schule und Museums-Coaches aus dem Albert-Schweitzer-Gymnasium. Finanziert wurde das Projekt durch den KIWANIS Club Neckarsulm.

 

Kinder sind Entdecker und Forscher. Sie denken nicht in Schulfächern, sondern haben vielfältige Fragen an ihre Lebenswirklichkeit. Ziel des Projekts war es, den Bezug der Flüchtlingskinder zu ihrer neuen Heimatstadt Neckarsulm zu stärken. Sie setzten sich handelnd mit der Geschichte ihrer Stadt auseinander, lernten viele neue Wörter kennen, stellten Fragen und konnten immer sicherer Beobachtungen und Sachverhalte beschreiben und erklären. So erschlossen sie sich schrittweise das Museum und wichtige Stationen der Geschichte Neckarsulms.

 

Zum Abschluss des Projekts durften die Kinder ihre Eltern und Geschwister ins Museum einladen. Anhand einer Zeitschnur, die die Kinder alle 10 Nachmittage begleitet hatte, ordneten sie Gegenstände der entsprechenden Zeit zu. Sicher kamen ihnen die Begriffe Bronzezeit, Christi Geburt und Neuzeit über die Lippen, entsprechende Gegenstände wurden an die Zeitschnur angelegt und halfen bei der zeitlichen Orientierung. Voll Stolz erklärten sie als Experten ihren Eltern die Skelettfunde aus der Eisenzeit, die Bedeutung der Deutschordensritter für Neckarsulm und die Schritte der Industrialisierung. Hierzu wechselten alle Besucher ins Zweiradmuseum. Die Kinder steckten mit ihrer Begeisterung die Eltern an und so verging der Nachmittag wie im Fluge.

Ein kleines Abschiedsgeschenk des Stadtmuseums wird sie an die tollen Nachmittage im Museum erinnern.

 

Alle Kinder danken Frau Eichhorn und dem KIWANIS Club dafür, dass sie ein Jahr lang auf Spurensuche im Stadtmuseum gehen und viel über die Geschichte Neckarsulms lernen konnten.

 

Marianne Franz

Freundeskreis Asyl Neckarsulm