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Willkommen!

Freundeskreis

Asyl

Neckarsulm

Auch in Neckarsulm gibt es Menschen, die auf der Flucht Schlimmes erlebt haben und unsere Hilfe und Zuwendung brauchen. Unabhängig von allen Diskussionen um Asyl- missbrauch: Die Menschen sind jetzt hier. Sie können nicht kurzfristig nach Syrien, Irak etc. zurückkehren. Und es sind vor allem die Kinder, die am meisten darunter leiden.

 

 

 

 

Café Zukunft International

 

„Aller Anfang ist Begegnung“- Das Begegnungscafé als offener Ort für alle füllt sich mit Leben

 

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Fotos: Karl-Heinz Leitz

 

Seit Januar 2017 findet immer montags von 15.00 - 17.00 Uhr das Café Zukunft International statt.

 

Als offener Ort für Begegnung und Integration in Neckarsulm wurde es von den drei Kooperationspartnern Freundeskreis Asyl, Stiftung Starke Familien und der VHS ins Leben gerufen und wird von den Flüchtlingen aus nah und fern rege und zahlreich in Anspruch genommen.

 

Es ist 15.00 Uhr und der große Raum in der VHS füllt sich. Die Tische sind schön dekoriert, die Frauen der Stiftung Starke Familien haben Kaffee und Tee gekocht. Brezeln und Kekse stehen bereit, die Spielecke ist ausgelegt und Spiele stehen bereit. Es kommen Familien mit Babys und Kleinkindern aus der Rötelstraße, Einzelpersonen aus der Odenwaldstraße, aus Offenau, Eppingen und Möckmühl, Familien aus den Anschlussunterbringungen in Neckarsulm und Obereisesheim und Frauen und Männer aus Neckarsulm.

 

Es ist eine gute und interessierte Mischung die sich da trifft, man setzt sich zwischen die Flüchtlinge und kommt ins Gespräch. Ein Praktikum bei einem Zahnarzt wird benötigt, Frau Lindemann ist bereit sich darum zu kümmern. Viele möchten aus den Unterkünften ausziehen und suchen eine Wohnung, ein afghanischer Vater sucht einen Platz für seinen Deutschkurs und es wird ihm geholfen. Die jungen Syrer möchten ihre gelernten Sprachkenntnisse anwenden und suchen und finden Konversationspartner. Vielfältig sind die Anliegen, die die Flüchtlinge mitbringen. Die Anwesenden hören zu und helfen wo sie können. Die Stimmung ist gut, die Gespräche anregend, erste Kontakte mit den Flüchtlingen werden geknüpft.

 

Es ist ein fixer und verbindlicher Treffpunkt für Familien aus den Anschlussunterbringungen, für die Einzelpersonen sowie für Kinder und alle angesprochenen BürgerInnen, der sich hier langsam etabliert. Das Café dient sowohl dem Austausch in gemütlicher Runde, soll den kleinen und großen Problemen Raum geben und die persönlichen Begegnung zwischen den unterschiedlichen Besuchern fördern.

 

Damit aus Fremden Nachbarn und Mitbürger werden, bedarf es vielfältiger Gelingensfaktoren: Begegnungen und sich Kennenlernen, verbindlicher Strukturen, verlässlichen Absprachen, Hilfe bei den Anforderungen des Alltags sowie der gegenseitige Wille zur Integration.

 

Dieser herausfordernde Integrationsweg wird in Neckarsulm vom Freundeskreis Asyl und seinen HelfernInnen sehr engagiert angegangen und multimodal umgesetzt. Breit aufgestellt und mit dem Blick auf die zukünftigen Aufgaben, ist das Café nur eines der Module, wie die Betreuung und die vielfältigen Anforderungen vom Kreis angegangen werden. Als klares Signal aus dem Rathaus kommt die Aufforderung von OB Hertwig, diese Gemeinschaftaufgabe als Neckarsulmer Bürgerschaft beherzt anzugehen und die Begegnung und den Austausch mit den Flüchtlingen zu suchen.

Der offene Ort für alle ist gegeben, er nimmt Konturen an und füllt sich mit Leben und Inhalten. Weitere BesucherInnen, HelferInnen und Brückenbauer sind sehr herzlich willkommen.

 

Damit die Fremden unter uns nicht mehr fremd bleiben, bedarf es sowohl der Willkommenskultur als auch einer klaren Willkommensstruktur, dazu sind wir alle aufgefordert: die entsprechenden kommunalen Verwaltungsstellen und Ämter, alle weiteren zuständigen Institutionen und Ehrenamtliche, BürgerInnen - seien Sie dabei!

 

Annemarie Adam, Freundeskreis Asyl Neckarsulm

Fotos: Karl-Heinz Leitz