2016-01_aufenthaltsraum

 

 

Willkommen!

Freundeskreis

Asyl

Neckarsulm

Auch in Neckarsulm gibt es Menschen, die auf der Flucht Schlimmes erlebt haben und unsere Hilfe und Zuwendung brauchen. Unabhängig von allen Diskussionen um Asyl- missbrauch: Die Menschen sind jetzt hier. Sie können nicht kurzfristig nach Syrien, Irak etc. zurückkehren. Und es sind vor allem die Kinder, die am meisten darunter leiden.

 

 

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Neuer Aufenthaltsraum

 

Ein Ort um sich zu treffen, zum Reden, Spielen und zum Beten.

Freundeskreis Asyl richtet Aufenthaltsraum in der Sammelunterkunft Odenwaldstraße ein

 

Eine Sammelunterkunft ist kein First-Class-Hotel. Das wird einem beim Gang durch das Asylheim schnell bewusst. Der Platz von 4-7qm pro Asylsuchenden ist deutlich geringer als es der Durchschnittsbürger gewohnt ist. Ein Schlafplatz in der Sporthalle lässt zudem wenig Platz für Privatsphäre. Auch in den Räumen in den Wohncontainern bleibt nur Platz für das Notwendigste. Kein Wunder, dass sich viele Asylsuchende auf Plätzen vor den Asylheimen oder in der Umgebung aufhalten. Daraus können Probleme mit den Nachbarn und auch bei den Asylsuchenden untereinander begünstigt werden.

 

Die ehemalige Lehrerin und Künstlerin Regina Trage aus Neckarsulm ist seit längerer Zeit in der Asylarbeit tätig. Durch die vielen Kontakte mit Asylsuchenden, von denen sie einige als Patin im Alltag betreut, vermisste sie im Asylheim schon länger einen Platz, wo man sich treffen kann. Die Bewohner vermissten zudem einen Platz zum Beten. Zusammen mit Asylsuchenden entwarf sie ein Konzept und machte sich umgehend daran, dieses umzusetzen. Sitzgelegenheiten, Tische, Stühle, ein Regal waren über die Aufbaugilde oder Kleinanzeigen für wenig Geld schnell gefunden. Mitglieder des Freundeskreises Asyl halfen beim Transport. Spiele, Bücher, Tassen und Gläser für Tee komplettierten die Einrichtung. Bilder und besonders Landkarten schmücken die Wände. Hier kann jeder zeigen, wo er herkommt und welchen Weg er von dort seiner Heimat bis nach Neckarsulm genommen hat.

 

Ende Dezember war es dann so weit und der Raum konnte der Gemeinschaft der Asylsuchenden übergeben werden. Hedi Hangebrock, Regina Trage und weitere Helfer vom Freundeskreis übergaben bei einer kleinen Feier den Raum seiner Bestimmung. Sana Ourai-Rieker, die schon lange in Neckarsulm wohnt, übersetzte alle Grußworte ins Arabische. Der Ansturm war so groß, dass gar nicht alle hereinkommen konnten und die Feier durch die geöffneten Fenster von draußen verfolgten. Montaser Mohamid, Englischlehrer aus Syrien der seit zwei Monaten in Deutschland ist und fleißig Deutsch lernt, bedankte sich im Namen der Bewohner des Asylheims mit einer Ansprache in englischer Sprache mit deutschen Anteilen, wofür er viel Beifall von allen erhielt.

 

Die ansprechende Atmosphäre lud zum Verweilen ein und schnell kamen die Gäste vom Freundeskreis Asyl und die Bewohner des Asylheims ins Gespräch oder testeten die vorhandenen Spiele. Seither wird der Raum rege genutzt und von den Bewohnern des Asylheims auch sehr ordentlich gepflegt.

 

Die Sozialarbeiterin der Sammelunterkunft, Frau Keyser-Elbradey, unterstützte diese Aktion und gab den Raum dafür frei. Auch der Bauhof der Stadt Neckarsulm, beteiligte sich und steuerte eine Tischtennisplatte für den Außenbereich sowie einige Fahrradständer bei.

 

Das nächste Projekt des Freundeskreises, ein Spielzimmer für Kinder, ist schon in Planung.